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RUOPP Automobile

Tuningstufe 1,2,3

Ein Bericht des VOLVO Club zum:

Firmenjubiläum bei Jochen Ruopp

Es gehört zu den regelmäßigen Ereignissen, dass wir in der Club News Jubiläen feiern.  Mit schöner Regelmäßigkeit hat  eine Modellreihe einen runden Geburtstag, der als Anlass genommen wird, diese Mal wieder in Erinnerung zu bringen oder gesondert zu erwähnen.

Egal ob Buckel, Amazon, P1800 oder aktuell das 30-jährige Bestehen der Baureihe 760, alle haben hier Erwähnung gefunden.

Doch bei aller Begeisterung für unser rollendes Kulturgut aus Schwedenstahl wollen wir hier auch mal den Augenmerk auf die Menschen richten, die durch ihr Engagement die Volvo Szene, wie wir sie heute kennen, entscheidend mitgeprägt haben – und das bereits über einen Zeitraum, der so manches hier gefeiertes Fahrzeugjubiläum deutlich überschreitet.

Wir springen mal zurück in das Jahr 1972, zurück somit in eine Zeit als die Baureihen 140/160 und P1800 noch in Produktion sind und der Autor dieser Zeilen noch nicht mal sein erstes Spielzeugauto sein Eigen nennen konnte. Wir springen nach Berlin, knapp zwei Jahrzehnte vor der Wiedervereinigung. Ein junger Kunststudent erwirbt von einem Besatzungssoldaten einen PV 544 Sport. Damals ein 10 Jahre alter Gebrauchtwagen, erworben für runde 1000,- DM. Was so alltäglich begann, findet schon rasch seine Fortsetzung in einer Leistungssteigerung auf 125 PS. Da die serienmäßige Bremsanlage diesem Leistungszuwachs nicht dauerhaft gewachsen war, wurde die Vorderachse kurzerhand mit der Scheibenbremsanlage des Amazon samt Bremskraftverstärker bestückt.

Das Kunststudium wird fortgesetzt, nicht jedoch ohne diverse Mitstudenten mit dem Volvo-Bazillus zu infizieren und weitere Schraubererfahrung zu sammeln.

Die Jahre streichen ins Land, neue Modellreihen wachsen nach. Im Sommer 1978 erblickt unser Student im Schaufenster eines Volvo-Vertragshändlers einen Vorführwagen des kurz zuvor vorgestellten Typs 262 C Bertone Coupe. Zu diesem Zeitpunkt ahnet er noch nicht, das genau dieser Wagen Mitte der 90’er Jahre auf den Hof eines Restaurierungsbetriebes rollen sollte, der seinen Namen trägt: Ruopp.

Doch bis dahin war es noch ein weiter Weg. Nach Beendigung des Kunststudiums verlässt Ruopp im Jahre 1978 Berlin und bezieht einen renovierungsbedürftigen Restbauernhof direkt an der Weser im niedersächischen Drakenburg. Die folgenden Jahren kämpfen Bauernhofrenovierung, künstlerische Tätigkeit und Volvo-Schrauben um Platz 1 auf der Prioritätenliste. Vier Jahre später und somit vor exakt 30 Jahren ist der Kampf entschieden: Volvo hat gewonnen. Einer erfolgreichen Umrüstung eines Duett mit B 20 A-Motor auf Autogasbetrieb folgt kurze Zeit später die Gewerbeanmeldung und die Einstellung des ersten Mitarbeiters. Die Arbeitsgebiete sind vielfältig und umfassen neben Restaurierungsarbeiten insbesondere Umrüst- und Tuningsmaßnahmen speziell für Buckel und Amazon. Parallel wird der Teilehandel für Volvo-Klassiker aufgebaut.

Die Geschäfte laufen so gut an, dass bereits nach drei Jahren die Werkstatt an seine Kapazitätsgrenze stößt. Kurzerhand wird auch die Remise auf dem Hof zur Werkstatt umgebaut und somit der Grundstein für die Betriebsform gelegt, die viele von uns im vergangenen Vierteljahrhundert vertraut geworden ist. Vor exakt 25 Jahren erfolgte die Anmeldung zum KFZ-Meister-Betrieb. Es brach die Zeit heran, in der die Restaurierungswelle noch gewaltige Zuwachsraten verzeichnete.  Das Angebotsspektrum wuchs entsprechend mit, Getriebe- und Hinterachsüberholungen wurden ebenso angeboten wie immer umfassender Tuningmaßnahmen. Die Tuningstufen GT, Stufe 1, 2 und 3 mit bis zu 160 PS sind zum auch noch heute bekannten Standard geworden.

Neben den klassischen Fahrzeugen wurde auch zunehmend die Wartung der damals noch aktuellen Modellreihen 200 und 700 übernommen.

Zu Beginn der 90’er Jahre folgte man den gestiegenen Restaurierungsansprüchen der Kunden und erfüllte zahlreiche Sonderwünsche, von denen hier nur die Umrüstung des P 1800 auf Servolenkung exemplarisch genannt werden soll.

Zeitgleich mit dem einsetzenden Abklingen der Restaurierungs- und Tuningwelle ergeben sich neue Betätigungsfelder:  Der Umweltschutz nimmt zunehmend Einfluss auf unser Hobby und hält diverse Herausforderungen bereit, die es zu meistern galt und gilt.

1992 wird verbleites Benzin nach und nach vom Markt genommen. Das nun nur noch verfügbare bleifreie Benzin bekommt den hoch verdichteten B18, B20 und B30-Motoren nicht und verursacht Ventilschäden.  Abhilfe schaffen bleifrei-taugliche Zylinderköpfe. Ruopp entwickelt entsprechende Prototypen, die die Testläufe problemlos bestehen. Somit kann die Produktion starten, um die große Nachfrage zu bedienen. Die meisten dieser Zylinderköpfe laufen auch nach nunmehr 20 Jahren noch einwandfrei.

Die zweite Hälfte der 90’er Jahre wird geprägt von den politischen Erwägungen der Einführung einer Strafsteuer für katalysatorlose Fahrzeuge. Auch Pläne für Fahrverbote machen die Runde.  Das Gebot zur Rettung heißt Nachrüstung. Entsprechende Systeme werden von diversen Katalysatoren-Herstellern angeboten, die Zulassung gibt es jedoch erst nach erfolgter Typprüfung für den entsprechenden  Fahrzeug- und Motortyp. Was für Großserienfahrzeuge von VW, Opel oder Mercedes in der Regel kein Problem darstellt, kann für die Produkte kleinerer Hersteller wie Volvo durchaus zum Problem werden. Hier war echter Pioniergeist gefragt. Dem Zusammenwirken der Firmen HJS (Katalysatorherstellung), Skandix (Volvo-Teilhandel) und Ruopp (Entwicklung Testfahrzeuge) ist es zu verdanken, das kurzfristig Nachrüstsysteme für die B 20, B21, und B23 – Motoren entwickelt und angeboten werden konnten. Später folgten Varianten für die B27 und B28 V6-Motoren in Kleinserie, die einigen 260’ern und Erstserien-760’ern den Verbleib auf der Straße sicherten.

Ohne dieses Engagement wäre die Volvo-Youngtimerszene heutzutage sicherlich spärlicher besetzt, als wir sie heute vorfinden.

Die aus der Katalysator gewonnen Erfahrungen führten dazu, dass die nächste Herausforderung vergleichbar einfach bewältigt werden konnte. Ab 2006 werden Fahrzeuge, die nur die Schadstoffnorm Euro 1 erfüllen mit einer Strafsteuer belegt. Der Ausweg heißt auch hier Nachrüstung. Diesmal mittels Kaltlaufregeler erzielte Umrüstung auf Euro 2. Bis auf wenige Ausnahmen können fast alle Motoren der Baureihen 200, 400, 700, 800 und 900 umgerüstet werden und ermöglichen es den Fahrzeugbesitzern, ihren Schweden wirtschaftlich weiter im Straßenverkehr zu bewegen. Wieder ermöglicht dies das schon bewährte Zusammenspiel zwischen HJS, Skandix und Ruopp.

Die nächste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten und ist uns allen auch alltäglich vertraut: Explodierende Benzinpreise!

2007 und somit genau 25 Jahre nach der eingangs erwähnten Ausrüstung eines Duett mit B 20 A – Motor mit einer Autogasanlage, steigt Ruopp ins Autogasumrüstungsschäft ein. Warum auch nicht, schließlich läuft der Duett damit auch nach einem Vierteljahrhundert noch problemlos. Somit kann man getrost von einem erfolgreich absolvierten Langzeittest sprechen.

Auf eine nunmehr 40-jährige Beziehung zum Thema Volvo kann Jochen Ruopp nunmehr ebenso zurückblicken wie auf ein 30-jähriges Jubiläum am Standort Drakenburg und ein 25-jähriges Bestehen des KFZ-Meisterbetriebes.

Mehr als ein Grund zum Feiern also. Und somit wollen wir aufhören zurückzublicken. Die vielen Hürden der Vergangenheit sind erfolgreich gemeistert. Also gilt es nach vorn zu schauen und zu feiern. Anlässlich der diversen Jubiläen lädt die Firma Ruopp zu einem gemeinsamen Treffen am…….. nach Drakenburg ein.

Ich denke, dieses sollte Anlass genug sein, unsere alten Schweden an die Weser auszuführen, ob nun mit Tuningstufe 3 unter der Haube, nachgerüsteten G-Kat im Auspuff, Euro-2-Kit oder ohne das alles. Willkommen ist jeder.

 
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